Wiedersehen machte Freude

„Wiedersehen macht Freude“ hieß es für gut 800 Besucher und vier Basta-Männer in der Wasserburger Badria-Halle. Kennenlernen war hingegen bei Arndt Schmöle angesagt: Er ist der neue Mann der tiefen Töne in der A-cappella-Formation.

basta Wiedersehen macht Freude
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„Das isser, der neue Bass“: Arndt Schmöle (Zweiter von links) liefert
bei Basta jetzt die tiefen Töne zu den Tenören William Wahl, Thomas
Aydintan, Werner Adelmann und René Overmann (von links). Foto Hampel

Es ist ein Konzert mit Familienanschluss. Schließlich ist Basta zum achten Mal in Wasserburg. Die fünf Männer haben mittlerweile eine Stammkneipe in der Altstadt. Im Publikum sitzen weit überwiegend Wiederholungstäter. Und die waren vor allem auf den neuen Bass, auf Arndt Schmöle, gespannt.
Der Mann mit dem Lausbubengesicht ist erst seit wenigen Wochen an Bord, „sollte mal eine Harmonie nicht wie gewohnt klingen oder eine Choreographie nicht ganz funktionieren – es ist alles Arndts Schuld“, machte Thomas Aydintan seinen Kumpel aus hannöverschen Knabenchortagen zu Konzertbeginn als Sündenbock aus. Es blieb allerdings bei der Theorie, der „Neue“ fügt sich zur Freude der Fans bestens ins Ensemble ein, stimmlich und auch in Sachen Spaß auf der Bühne. Da muss sich William Wahl bedingt jugendfreie Kommentare anhören, als er für eine umgetextete Version von Princes „Kiss“ seine Kopfstimme bis an die Schmerzgrenze hochschraubt. Thomas Aydintan macht sich bei „Der Mann der keine Beatbox konnte“ zum Affen. René Overmann zieht bei „Wild thing“ gleich. Und Werner Adelmann schießt bei „Legalize a cappella“ die Aufforderung ans Publikum, die Arme im Takte zu wiegen, auf Pidgin-Englisch in einer derartigen Geschwindigkeit heraus, dass die Kollegen erst fassungslos sind, dann alle Mühe haben, nicht zu lachen. Und Adelmann nach fünf erfolglosen Versuchen dann doch die Übersetzung hinterherschiebt.
Neue Songs sind dieses Mal die Ausnahme, erst darf Arndt Schmöle das Repertoire lernen. Und das neue Bass-Solo. Nichts mehr mit „Merci, dass es mich gibt“, wie bei Vorgänger Andreas Hardegen. Jetzt ist „Domino“ angesagt. Klingt wie ein gregorianischer Choral – nur dass man in diesen selten über Kimono und Libido stolpert.
Im nächsten Jahr, da gibt es ein neues Programm, kündigt William Wahl, der musikalische Vorturner der Gruppe, an. Bis dahin freut sich das Publikum über die Basta-Klassiker wie „Bratislava Lover“ oder „Du tropfst“, amüsiert sich prächtig über neuere Stücke wie den „Appdepp“ der jeden Bäcker in Peru kennt, weil er dafür ’ne App hat oder genießt „Choco Chai Latte“. Es bekommt Reggae, Schlager, Swing, Pop und Metall um die Ohren.
Eher melancholisch beginnt die Zugabe – und a capella ist sie auch nicht: William Wahl nimmt am Flügel Platz, Betty Akhigbe, Dominik Novak, Johanna Löwe und Firmian Fischer, vier junge Streicher vom Rosenheimer Ignaz-Günther-Gymnasium, kommen hinzu zur „Zweiten Geige“. Im Kriegsrat mit den fünf erfahrenen Kollegen wurde kurz vor dem Konzert in der Garderobe noch ein Name für das junge Ensemble gesucht – und mit „Quartissimo“ auch gefunden. „Das einzige Problem mit den Kollegen: Dass sie uns in der Zwischenzeit siezen!“, so William Wahl erschüttert. Tja, die Bastas sind erwachsen geworden – und Kindsköpfe geblieben. Wiedersehen macht Freude, im Herbst 2014 in der Badria-Halle.

OVB 23.11.2013